Mitgliederbericht 2022 - Wir für Menschen e.V.

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Verehrte Mitglieder, Sponsoren und Gönner unseres Vereins,

ich möchte Sie/Euch alle wieder einmal in Kürze über unsere aktuellen Aktivitäten informieren. Im Anhang (ganz unten) mein Bericht von der letzten Jahreshauptversammlung mit weiteren Details. Unser Projekt in Sri Lanka ist ja hinlänglich bekannt (siehe auch unten), dort geht es kontinuierlich weiter, auch wenn wir aus bekannten Gründen unser letzter Besuch (März 2019) jetzt 3 Jahre zurück liegt.

In Anbetracht der aktuellen Ereignisse ist die Flutkatastrophe im Ahrtal im letzten Sommer sehr in den Hintergrund gerückt. Wir haben nur wenige Tage nach der Flut schnell und unbürokratisch 10.000 Euro an Soforthilfe an die Gemeinde Schuld überwiesen. Dem vorausgegangen sind Gespräche mit dem Ortsbürgermeister (bei uns in Hessen vergleichbar mit Ortsvorsteher, ebenfalls ehrenamtlich tätig) Herrn Helmut Lussi. Der Ortsbeirat hatte ein nur von ihm kontrolliertes Spendenkonto eingerichtet, ist ja auch sehr nahe am Geschehen und kann am besten beurteilen welche Familien am stärksten betroffen sind. Im weiteren Verlauf haben die Landfrauen Nieder-Mockstadt mit Wir für Menschen Kontakt aufgenommen und im Vorstand beschlossen weitere 5.200 Euro zu spenden weil auch sie davon überzeugt waren das das Geld dort ankommt wo es auch hingehört. Die Hilfe ist schnell, direkt, unbürokratisch und ganz ohne indirekte Kosten erfolgt, ganz wie in der WFM Satzung festgeschrieben.

Im Anhang der Bericht des 1. Vorsitzenden in der Jahreshauptversammlung 2021. Dieser gibt einen kurzen Überblick über weitere Aktivitäten des Vereins. Bezgl. Paul aus Anklam (ganz unten im Bericht) gibt es Neuigkeiten: Einem technisch versierten Vorstandsmitglied ist es gelungen ein Vorführmodel eines elektrischen Lastenfahrrads ausfindig zu machen. Nach seiner Prüfung haben wir das Gefährt günstig kaufen können. Wir müssen es nun noch von Ranstadt-Dauernheim nach Anklam transportieren, was nicht so einfach ist. Möglicherweise bekommen wir da Hilfe von einem sehr großen Logistikkonzern, wir werden sehen. So oder so werden es Paul und seine Mutter in dieser Frühjahrs-/Sommersaison zur Verfügung haben.

Der Vorstand möchte sich noch einmal bei Euch/Ihnen allen für die jahrelange Treue und die Unterstützung, in welcher Form auch immer, bedanken.

Herzliche Grüße

Andreas Drescher
1. Vorsitzender
Wir für Menschen e.V.
www.wir-fuer-menschen.de

Anhang:

Bericht des 1. Vorsitzenden bei der Jahreshauptversammlung vom 08.09.2021

Kinder- und Waisenheim Salani in Sri Lanka

Wir für Menschen hat nach dem verheerenden Tsunami in Südostasien am 26.12.2004 mit mehr als 200.000 Toten in Südostasien und 20.000 Toten in Sri Lanka ein Kinder- und Waisenheim in der Nähe von Negombo in Sri Lanka finanziert, sowie den Aufbau und die weitere Entwicklung begleitet. Das Heim wird von dem lokalen gemeinnützigen Verein „Salani“ unter Vorsitz des katholischen Priesters Father Frank betrieben. Wir für Menschen hat einen Sitz in deren Vorstand. Der 1. Vorsitzender von Wir für Menschen ist Ehrenvorstand bei Salani. Zwischen Salani und Wir für Menschen erfolgt bis heute eine enge Abstimmung.

Das ursprüngliche Gebäude in Lunuwila wurde im Jahr 2015 für ca. 85.000 Euro mit einem Gewinn von ca. 26.000 Euro verkauft. Das Geld wurde zum Teil für die Erweiterung auf dem bestehenden Gelände in Thummodara und dem Neubau des sogenannten „Vocational Training Centers“ VTC in Chilaw eingesetzt und damit Father Franks Traum von einem Kinderdorf und einer Einrichtung zur Vorbereitung auf das Berufslebens nahezu verwirklicht.

Bedingt durch die Corona Pandemie konnten wir letztes und dieses Jahr das Kinderheim nicht wie gewohnt besuchen. Der letzte Besuch im März 2019 stattgefunden (Hans-Werner Gierhardt, Andreas Drescher, Hans-Walter Reuss):
Im „Kinderdorf“ in Thummodara waren zu da 28 Mädchen untergebracht. Wir erinnern uns, Thummodara und Lunuwila wurden im Jahr 2015 zusammengelegt, um Synergieeffekte zu erzielen und die Vision eines Kinderdorfes zu verwirklichen. Im hinteren Bereich, parallel zum Hauptgebäude, wurde gerade ein neuer Anbau errichtet, dieser dürfte jetzt fertigestellt sein. Im Erdgeschoss sind ein Versammlungsraum und Unterrichtsräume entstanden, im Obergeschoss Schlafräume, die auch als Ausweichräume im Fall von Überflutungen dienen. Diese sind derzeit leider unvermeidlich und kommen 1-2-mal pro Jahr vor. Das neue Gebäude liegt etwas erhöht und bietet sich demzufolge entsprechend Schutz. Das an dieses Gebäude angrenzte Grundstück steht zum Verkauf und bietet sich als Erweiterungsfläche an, ein weiterer Schritt in Richtung Kinderdorf.

Das Vocational Training Center (VTC) in der Nähe von Chilaw ist mittlerweile in Betrieb. Hier sollen Jungen und Mädchen auf das reale Leben in Sri Lanka nach der Schule vorbereitet werden. Die Kinder erlernen handwerkliche Berufe und stellen dabei gleichzeitig einfache Produkte zum Verkauf her, um zumindest Teile der Betriebskosten zu decken. So z.B. Souvenirs wie Taschen, Rucksäcke, Schnitzereien und Bilder.

Bis zur vollständigen Fertigstellung waren damals noch einige Maßnahmen erforderlich, z.B. Fertigstellung Küche, Schlafraum für Jungen, Außenanlage. Das VTC wurde ja im Wesentlichen vom Verkaufserlös des ursprünglichen Kinderheims in Lunuwila finanziert, deswegen ist dort auch unsere Granittafel angebracht.

Für die Fertigstellung der angefangenen Projekte in Thummodara und im VTC in Chilaw, für neue Maßnahmen sowie für die Erweiterung des Kinderdorfes Thummodara haben wir im April 2019 28.000 Euro überwiesen.

Im August 2021 hatte Father Frank sein 44-jähriges Dienstjubiläum. Dies wurde unter Beachtung von Corona Regeln gefeiert. Auf Wunsch zeige ich gerne am Ende der Sitzung Bilder vom Kinderheim und auch der Jubiläumsfeier.

Unterstützung eines stark hilfsbedürftigen jungen Mannes in Ranstadt – Ober-Mockstadt (Zusammenarbeit mit Hand in Hand, Altenstadt)

Dieser Fall begann in Jahr 2019 und wurde im Jahr 2020 abgeschlossen. Hans-Werner Gierhardt, Architekt und 2. Vorsitzender unseres Vereins hat in mehreren ehrenamtlichen Einsätzen den schwierigen Einbau eines dringend benötigten Aufzuges in ein älteres Fachwerkhaus ermöglicht. Hierbei wurden ihm bekannte Statiker und eine Baufirma eingesetzt, die mehr oder weniger zum Selbstkostenpreis gearbeitet haben. Wir für Menschen hat hier insgesamt ca. 15.000 Euro investiert.

Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

• Telefonat von mir mit dem Bürgermeister der extrem schwer betroffenen Gemeinde Schuld, Helmut Lussi, am Montag nach der Katastrophe (19.7.2021)
• Ich habe ihm kurz WFM vorgestellt und ihm unsere Vorgehensweise erläutert
• Er konnte uns verständlicherweise beim besten Willen keine Namen von betroffenen Familien geben, wie soll er das auch wissen
Er hat mir aber glaubhaft versichert, dass das von der Gemeinde eröffnete Spendenkonto nur allein von dem Gemeinderat kontrolliert wird (also keine Abhängigkeiten von Bund/Land) und sie dafür sorgen werden, dass Gelder unserer Satzung gemäß angewendet werden
• 19.7.: Mail von mir an alle Vereinsmitglieder, Information über mein Gespräch mit Herrn Lussi, Frage, ob jemand evtl. direkt Betroffene aus der Krisenregion kennt (dem war nicht so), einhellige Zustimmung für unsere Aktion
• 20.7.: Vorstandsbeschluss (einstimmig) zur Überweisung von 10.000 Euro zweckbestimmt gemäß unserer Satzung -> Geld überwiesen
• Telefonate mit unserem Bürgermeister am 21.7., Herbert Unger (selbst Gründungsmitglied) zwecks Abstimmung. Er hat mich informiert, dass er zu Spenden zugunsten WFM aufgerufen hat.
• Eingang diverser Spenden auf unserem Vereinskonto von Bürgern aus der Region, insgesamt 1.295 Euro, Stand 2.8.
• Weiteres Telefonat mit Herrn Lussi am 6.8. (siehe unten), er hat den Erhalt des Geldes bestätigt und sich noch einmal recht herzlich im Namen des Gemeinderates bedankt, insbesondere für die Schnelligkeit der Überweisung

Wir sind in Kontakt mit den Landfrauen Nieder-Mockstadt. Möglicherweise kooperieren wir in Sachen Flutkatastrophe.

Neuer Fall:

Paul aus Anklam in Mecklenburg Vorpommern

Am 27.8.2021 haben wir (Wanderfreunde Aulendiebach) während eines verlängerten Wochenendes die Taxifahrerin Diana Krügel aus Anklam in Mecklenburg-Vorpommern kennen gelernt. Sie hat uns eine bittere Geschichte erzählt. Ihr jetzt 17-jähriger Sohn Paul wurde vor 10 Jahren ganz in der Nähe ihres Wohnhauses von einem Auto erfasst und 50 Meter durch die Luft geschleudert. Seitdem ist Paul vom Hals abwärts querschnittsgelähmt, geistig aber gesund. Sie macht jede mögliche Überstunde, um ihm seinen großen Traum zu erfüllen: Ein Elektrofahrrad, mit dem er und seine Mutter Ausflüge machen können. Eine Art Lastenfahrrad auf dem man den Rollstuhl integrieren kann (so zumindest mein Verständnis). Ein solches Gefährt kostet nach ihrer Aussage ca. 4.500 Euro. Auf meine Frage wieviel sie denn schon gespart hat antwortete sie 1.350 Euro.